Wieder kein Speedway an Ostern

Im vergangenen Jahr kamen 3000 Zuschauer - doch bereits heuer bleibt es wieder still im Oval. Im vergangenen Jahr kamen 3000 Zuschauer - doch bereits heuer bleibt es wieder still im Oval.

Pocking. Mit dem Oster-Speedway-Rennen im vergangenen Jahr hatte man beim MSC Pocking eigentlich gehofft, sich auf der Rennsportbühne zurück melden zu können. Doch bereits heuer muss die Veranstaltung erneut ausfallen. Grund ist wieder einmal die fehlende Genehmigung.

 

Seit mehr als 15 Jahren schwelt der Streit zwischen dem MSC Pocking und einer Anwohnerin um zu laute Speedway-Rennen und die dazugehörigen Trainingsläufe im Rottalstadion. Seit 2006 liegt die Causa "Lärmschutz am Rottalstadion" beim Regensburger Verwaltungsgericht. Immer wieder wurde am Lärmschutz nachgebessert, wurden dem Gericht neue Gutachten vorgelegt. Kein Jahr verging, an dem sich Anwohnerin, Stadt und MSC nicht vor dem Richter trafen. 

 

Nur 15 Läufe − "das ist nicht praktikabel"

 

Hatte man 2009 noch geglaubt, mit dem Bau der städtischen Mehrzweckhalle als Lärmschutzgebäude sei der Streit nun endgültig vom Tisch, so führten neue Messungen und Grenzwerte zu noch mehr Verfahren und Gutachten. Erst im Herbst 2010 wurde ein solches wieder erstellt − basierend auf einem Testrennen im Sommer. Das Ergebnis: Die Lärmgrenzwerte werden unterschritten. Hauptgrund dafür sind die Auspuffe der neusten Generation, die leiser sind als ihre Vorgänger. Bedingung allerdings: Es dürfen nicht mehr als 15 Rennen gefahren werden.

 

Das reichte den Verantwortlichen beim MSC: An Ostern 2011 ging es wieder rund im Oval des Pockinger Rottalstadions, knapp 3000 Zuschauer verfolgten das freie Rennen, das unter dem Motto "Deutschland gegen den Rest Europas" ausgetragen wurde. Der Kampf um das Oster-Speedway-Rennen jedoch ist damit noch lange nicht beendet. "Wir hatten eigentlich gehofft, dass wir schon bald eine dauerhafte Genehmigung, Rennen im Rottalstadion abhalten zu können, erhalten werden", erzählt MSC-Geschäftsführer Martin Hüttinger. Denn auf Dauer sei ein Rennen mit nur 15 Läufen einfach nicht praktikabel. "Das war im letzten Jahr eine absolute Ausnahme, damit wir überhaupt wieder fahren können, zeigen können, dass Speedway in Pocking noch am Leben ist. Doch für ein ordentliches Rennen braucht man mindestens 22 bis 25 Läufe", betont Hüttinger. Für derartige Veranstaltungen jedoch brauche man eine dauerhafte Genehmigung für Speedway-Rennen und auch Trainingsläufe im Rottalstadion. Und die liegt dem Verein immer noch nicht vor.

 

Mittlerweile ist die Frustration beim MSC-Geschäftsführer groß. "Es kostet einfach sehr viel Nerven, jedes Jahr aufs Neue diese Zitterpartie durchzumachen. Außerdem kostet es den Verein Geld − und Mitglieder. Speedway-Fahrer, die im Verein nicht trainieren können, die können wir auch nicht halten", bedauert Hüttinger. Wie ein Kampf gegen Windmühlen kommt es ihm mittlerweile vor − ein Kampf, "von dem ich nicht weiß, ob er überhaupt noch Sinn hat." Am Freitag trifft sich der MSC zu seiner Jahresversammlung im Pockinger Hof. "Vielleicht erfahren wir ja bis dahin, ob wir überhaupt noch Chancen haben, eine Genehmigung zu bekommen." Wenn nicht, dann hat auch Martin Hüttinger genug: "Dann stelle ich meinen Posten als Geschäftsführer zur Verfügung."

 

Fachstellen werden um Stellungnahme gebeten

 

Ein Schritt, den Pockings Bürgermeister Franz Krah sehr bedauern würde: "Natürlich fände ich es sehr schade, wenn die Speedway-Tradition nicht würde aufrecht erhalten werden können." Die Stadt Pocking habe den MSC in Sachen Rottalstadion stets unterstützt, "das Genehmigungsverfahren läuft und wird aktuell am Landratsamt geprüft." Das bestätigt auch der zuständige Sachbearbeiter Klaus Hopfner: "Der Antrag ist uns vor einigen Wochen zugegangen, aktuell werden die Fachstellen um eine Stellungnahme gebeten. Die Frist läuft am 7. Februar aus." Geprüft werden muss der Antrag nach dem BImSchG, dem Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge. Ob dafür ein neues Gutachten notwendig ist oder nicht und wie die Entscheidung ausfällt, kann Hopfner nicht sagen: "Dazu müssen wir wirklich die Einspruchsfrist abwarten."